Presseartikel zum Thema Trinkwasser

Trinkwasser in öffentlichen Gebäuden

Auszug aus dem Fernsehbeitrag - [plusmnus, SR, Dienstag, 28. August 2007

Die Erfrischung – sie kommt aus dem Hahn. Jederzeit, unverpackt und ohne Etikett. Und genau das ist ein Problem: Woher weiß man, was mit dem Wasser sonst noch aus der Leitung sprudelt?

[plusminus will es wissen

Wir haben in zehn öffentlich zugänglichen Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr wie Schulen, Krankenhäuser, Ämter oder Einkaufsläden Leitungswasser abgezapft und den TÜV Rheinland um eine Analyse gebeten.

Der TÜV-Pressesprecher Ralf Diekmann erläutert das Vorgehen beim Test: „Üblicherweise werden Trinkwasserproben nach einem standardisierten Verfahren durchgeführt, d.h. Teile der Armatur werden beispielsweise abgeschraubt, das Wasser wird einige Minuten lang laufen gelassen, und zusätzlich wird die Oberfläche der Armatur mit einem Bunsenbrenner durch Abflammen desinfiziert. In den hier vorliegenden Proben wurde aber ganz authentisch vorgegangen, ohne vorherige Maßnahmen wurden Wasserproben genommen.“

[plusminus hat zusammen mit dem TÜV diese Art der Probennahme gewählt, da die Nutzer von Waschräumen nur selten Zange und Bunsenbrenner zur Hand haben und sie in der Regel ohne vorherige Desinfektion mit dem Wasser in Berührung kommen.

Zusätzlich zum Wasser wurden auch Kontaktproben von Stellen wie Türgriffen, Wasserhähnen und Armaturen genommen. Kontakt- und Wasserproben wurden dann in einer Kühltasche ins Labor des TÜV Rheinland transportiert.

Die Experten dort haben für [plusminus dann getestet, wie sauber das Wasser ist, das aus der Leitung kommt – und wie hygienisch die Anlage drum herum.
So viel vorneweg: In allen Proben fanden sich Bakterien, in der Hälfte aller aufgesuchten Gebäude sogar in äußerst hohen Konzentrationen.

Die Test-Ergebnisse

Eine Toilettenanlage an einem Bahnhof. 1,10 Euro kostet die Nutzung, dann sollte das Örtchen auch sauber sein – sollte man meinen. Die zweite Teststelle: die Waschräume eines Geschäfts. Hier ist der Zugang immerhin kostenlos.

Im Labor stellt sich in beiden Fällen heraus, dass es dort nicht gerade sauber zugeht. Denn nach der Bebrütung der Kontaktproben ist klar: Im Geschäft war der Wasserhahn mit Bakterien übersät, in der Bahnhofstoilette lauerten die Krankheitserreger an allen beprobten Stellen.

Das muss nicht sein, findet der TÜV: „Das ist teilweise auf mangelnde Hygiene zurückzuführen. Oder aber, hier wird falsch oder mit den falschen Mitteln geputzt. Fakt ist aber: Die Konzentrationen waren so hoch, dass Menschen daran erkranken können. Hier können wir dem Betreiber nur empfehlen: Es muss umgehend reagiert werden. Entweder muss der Putzrhythmus entsprechend der Frequentierung verkürzt werden oder die Mittel müssen umgestellt werden.“

Auch in den Leitungswasserproben vom Bahnhof und aus einer Filiale der Agentur für Arbeit wachsen und gedeihen Bakterien ganz prächtig. Die einschlägigen Grenzwerte sind um mindestens mehr als das Fünffache überschritten.

Besorgniserregende Ergebnisse

In einer Probe aus einem Krankenhaus entdecken die Hygiene-Experten sogar coliforme Bakterien und Pseudomonaden. Diese Bakterien dürfen im Trinkwasser eigentlich überhaupt nicht vorkommen.

Wenn doch, kann das mehr als unangenehm werden für den, der es trinkt oder damit in Kontakt kommt, erklärt der Mann vom TÜV: „Diese Bakterien haben zur Folge, dass Menschen mit geschwächtem Immunsystem Magen-Darm-Erkrankungen bekommen können. Gerade bei älteren Menschen oder Kindern kann es aufgrund solcher Erkrankungen auch schnell zu einer Dehydrierung kommen und das sind natürlich ernsthafte gesundheitliche Folgen.“

Noch besorgter stimmt die TÜV-Tester die Wasserprobe aus einer Uniklinik: In ihr tummeln sich Legionellen, und zwar nicht wenige – allerdings noch unter dem Grenzwert, ab dem akuter Handlungsbedarf besteht.

Legionellen sind Krankheitserreger, die beispielsweise beim Duschen über die Luft eingeatmet werden können. Sie können Fieber, Lungenentzündungen oder die Legionärskrankheit verursachen. Besonders für Menschen, die geschwächt sind – wie Patienten in einem Krankenhaus – sind sie eine echte Gefahr, erläutert Diekmann: „Pro Jahr haben wir in Deutschland 6.000 bis 10.000 Fälle von dieser Legionärskrankheit und 1.000 bis 2.000 Menschen sterben sogar daran. Deswegen ist unsere dringende Empfehlung an den Betreiber, hier valide Nachmessungen durchzuführen, um dann später geeignete Maßnahmen einzuleiten.“

Das heißt: Weitere Proben könnten zeigen, wo die Ursache liegen. Die Wassertemperatur hatte bei der Entnahme übrigens 35,5 Grad betragen. Das könnte das Legionellenwachstum begünstigt haben.

Fazit der [plusminus-Stichprobe

Das Wasser, so wie es von den Wasserwerken ausgegeben wird, mag gut oder sogar hochwertig sein. Aber in der Umgebung der Wasserhähne in öffentlichen Gebäuden tummeln sich Bakterien. Und im Wasser selbst, so wie es aus der Leitung kommt, lauern mitunter höchst gefährliche Krankheitserreger.

Autorin: Armgard Müller-Adams

Quelle: https://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,82v39152c9aech82~cm.asp

Dieser Text gibt den Fernsehbeitrag vom 28.08.2007 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

 

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